Abhängigkeit zwischen Arbeitszeiten und Work-Life-Balance am Beispiel der Versandabteilung eines Kaltwalzwerkes

Autoren: Zülch, Leupold, Schmidt

Kategorie: Neue Formen von raum- und zeitflexiblem Arbeiten und deren Wirkungen

Chair: Bengler

Beitragskurzfassung:
In der Versandabteilung eines Kaltwalzwerkes wurde untersucht, wie das existierende Arbeitszeitsystem verbessert werden kann. Mittels eines Fragebogens wurde erhoben, in welchen Zeiträumen die Mitarbeiter Konflikte zwischen Arbeits- und Privatzeiten erwarten würden. Zur Anonymisierung der Mitarbeiter wurden die Antworten einer Clusteranalyse unterzogen und die 35 Vollzeit-Mitarbeiter der Versandabteilung anschließend den fünf gefundenen Clustern zugeordnet.
Die Aufgaben der Mitarbeiter beinhalteten die Kommissionierung sowie die Beladung von Lkw, außerdem von Bahnwaggons sowie Seecontainern und schließlich die Verpackung und Einlagerung von Fertigprodukten. Dazu wurden vor allem Kräne und Treibgasstapler verwendet.
Zur Simulation möglicher Arbeitszeitsysteme wurden Zwei- und Dreischichtmodelle (mit unterschiedlichen, später normierten Arbeitszeiten) sowie einige vollkontinuierliche Dreischichtmodelle angenommen. Diese wurden zu insgesamt 81 Arbeitszeitsystemen zusammengestellt und mit zehn Szenarien für Mitarbeitertypen kombiniert, die aus den ermittelten Clustern gebildet wurden. Mit acht Systemlastszenarien basierend auf einem vorliegenden Verkaufsprogramm wurden somit 6.480 Gesamtszenarien analysiert.
Die Varianzanalyse der Simulationsergebnisse offenbarte unterschiedliche Auswirkungen bezüglich der Zielkriterien: Die Systemlast zeigte erwartungsgemäß eine hohe positive Korrelation mit der Auslastung des Personals und auch eine hohe, jedoch negative Korrelation mit den Durchlaufzeiten der Aufträge. Wesentliche Unterschiede ergaben sich bei den Variationskoeffizienten der Personalauslastung, wohingegen diejenigen der Durchlaufzeiten nur geringe Unterschiede aufwiesen.
Die Anzahl auftretender Arbeitszeitkonflikte im Verhältnis von Arbeits- und Privatzeit stellt einen ausreichenden Indikator für die simulationsunterstützte Bewertung von Arbeitszeitsystemen dar. Gemessen am Konfliktpotenzial erwiesen sich Arbeitszeitsysteme mit einem höheren Gleitzeitanteil im vorliegenden Anwendungsfall wie auch in anderen durchgeführten Projekten von Vorteil in Bezug auf die Work-Life-Balance der Mitarbeiter. Die Aussagen gelten allerdings nur für das betrachtete Arbeitssystem.

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Raum 4
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Zülch, Leupold, Schmidt