Alles eine Frage der Gestaltung? Eine latente Profilanalyse zu Arbeitsanforderungen und -ressourcen im Homeoffice

Autoren: Tartler, Windmann, Kauffeld

Kategorie: Neue Formen von raum- und zeitflexiblem Arbeiten und deren Wirkungen

Chair: Bengler

Beitragskurzfassung:
Im Zuge der Covid-19-Pandemie sind viele Mitarbeitende ins Homeoffice gewechselt. Mit den veränderten Arbeitsbedingungen gehen auch Änderungen der Arbeitsanforderungen und -ressourcen einher. Während Anforderungen den Mitarbeitenden Anstrengung abverlangen und sich als Stressoren negativ auf die Gesundheit oder Zufriedenheit auswirken können, wirken Ressourcen schützend und können die individuelle Gesundheit und Zufriedenheit fördern (Bakker & Demerouti, 2007). In einem systematischen Review identifizierten Handke et al. (2017) bereits für die virtuelle Zusammenarbeit relevante Anforderungen (Zeitdruck und Rollenunklarheit) und Ressourcen (Autonomie, Feedback sowie soziale Unterstützung). Unklar ist, wie sich Mitarbeitende bezüglich relevanter Ressourcen und Anforderungen unterscheiden und wie sich dies auf das Empfinden und die Gesundheit der Mitarbeitenden auswirkt.

Mittels einer längsschnittlichen Fragebogenerhebung (N = 468) wird zu zwei Messzeitpunkten untersucht, welche Ressourcen- und Anforderungsprofile bei virtuell zusammenarbeitenden Mitarbeitenden vorliegen und in welchem Zusammenhang sie mit dem Wohlbefinden, emotionaler Erschöpfung, der Work-Life-Balance und der Arbeitszufriedenheit stehen. Um eine personenzentrierte Betrachtung der Daten zu ermöglichen, wurden mit einer latenten Profilanalyse (Williams & Kibowski, 2016) drei Typen aufgedeckt: Die gering, mittel und stark Belasteten. Diese Typen unterscheiden sich hauptsächlich durch die Höhe der berichteten Ressourcen.

Im Vergleich zu den stark Belasteten, geben die Mitarbeitenden des mittleren oder geringen Profils an, sich wohler zu fühlen, eine bessere Work-Life-Balance zu haben, weniger emotional erschöpft und zufriedener mit ihrer Arbeit zu sein. Die Unterschiede zwischen den gering und mittel Belasteten lösen sich mit der Zeit auf. Explorativ wird gezeigt, welche Antezedenzien (z.B. Selbststrukturierung und Resilienz) die Profilzugehörigkeit vorhersagen.

Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund gesundheitsfördernder Arbeitsgestaltung diskutiert. Praktische Implikationen, die auch auf die veränderten Arbeitsbedingungen seit der Covid-19-Pandemie abzielen, werden dargestellt.

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Raum 4
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Tartler, Windmann, Kauffeld