Analyse der wahrgenommenen Arbeitsbelastung bei dem Erlernen einer bimanuellen Kransteuerungsaufgabe

Autoren: Dreger, Rinkenauer

Kategorie: Digitale Assistenten

Chair: Schwaninger

Beitragskurzfassung:
Die mechanisierte Holzernte ist die vorherrschende Methode zur Gewinnung von Nutzholz. Entscheidend für eine effiziente Holzernte sind die Fertigkeiten der Forstmaschinenführer. Studien zur Produktivität fanden Unterschiede von bis zu 40% zwischen Harvesterfahrern desselben Fahrzeugs innerhalb des gleichen Baumbestands. Harvesterfahrer führen komplexe Fahr- und Steuerungsaufgaben aus, die im Durchschnitt 12 Entscheidungen und über 60 Steuerungseingaben pro Minute bedürfen. Bedeutend für den Erwerb dieser Fertigkeiten ist das Zusammenspiel von motorischem und strategischem Lernen. Aus der Human Factors Forschung ist bekannt, dass die Arbeitsbelastung mit dem Lernfortschritt zusammenhängt. Relevante Studien betrachten jedoch weder die Arbeitsbelastung noch das motorische Lernen, sondern überwiegend die relative Produktivität in m3/h des Harvesterfahrers. Ziel des vorliegenden Experiments war es die wahrgenommene Arbeitsbelastung bei zunehmendem motorischen Lernfortschritt zu betrachten. Zehn Probanden nahmen an einer Lernaufgabe mit 6 Blöcken teil. Die Probanden steuerten einen Kransimulator mit zwei Joysticks und sollten mit der Kranspitze Ziele in verschiedenen Distanzen zum Kranursprung berühren. Im Anschluss wurde die Arbeitsbelastung, die Immersion in die Aufgabe und die Leistungsmotivation, abgefragt. Als Maß für die Performanz in der Zielaufgabe wurden der konstante Fehler und die Bewegungszeit bestimmt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die mentale Belastung mit zunehmender Zielgenauigkeit und Geschwindigkeit reduziert. Dieser Effekt stellt sich bereits vom ersten zum zweiten Block ein. Die subjektiven Messungen legen nahe, dass zunächst eine Überbelastung vorliegt, bedingt durch die motorischen Anforderungen der Kranbedienung. Mit zunehmendem Lernfortschritt und Automatisierung der motorischen Handlungen werden kognitive Ressourcen für die arbeitsmethodische Weiterentwicklung als auch zur Präzisierung der motorischen Fertigkeit frei. Zur Reduktion der Arbeitsbelastung von Novizen wären daher technische Assistenzsysteme sinnvoll, die vornehmlich die motorischen Lernanforderungen reduzieren.

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Raum 4
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Dreger, Rinkenauer