Arbeitsspitzen in der stationären Altenpflege – Eine standardisierte Tätigkeitsanteilanalyse zur Optimierung der Arbeitsgestaltung mithilfe technischer Devices

Autoren: Podtchassova, Hausdorf, Schmicker

Kategorie: Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit

Chair: Kampmann

Beitragskurzfassung:
Im Rahmen des vom ESF und Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt geförderten Forschungsprojekts „PTAH- pflegerisch Tätigen arbeitswissenschaftlich helfen“ werden mehrere Pilotprojekte mit Praxispartnern der Pflegewirtschaft initiiert, die darauf abzielen, Arbeitsbedingungen und Strukturen im pflegerischen Alltag aus arbeitswissenschaftlicher Perspektive zu beleuchten und einen Optimierungsbedarf offen zu legen. Auf Basis dieser Untersuchungen werden technische Entlastungswerkzeuge in den Einrichtungen eingesetzt, um physische und psychische Belastungen zu minimieren. In diesem Rahmen wurde in einem Pilotprojekt ein Mixed-Methods-Ansatz aus qualitativen leitfadengestützten Experteninterviews und einer quantitativen standardisierten Tätigkeitsanalyse durchgeführt, der zum Ziel hatte, pflegerische Tätigkeiten und ihren zeitlichen Anteil am pflegerischen Alltag zu analysieren, um bedarfsgerechte Gestaltungsmöglichkeiten für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege zu finden. Die Erfassung der IST-Daten der einzelnen Tätigkeiten wurde via Selbstaufschreibung durchgeführt, an der Pflege- und Betreuungskräfte teilnahmen. Dazu bekamen sie eine Vorlage mit einer Tabelle, auf der in 15-minütigen Intervallen während der jeweiligen Schicht angegeben werden sollte, welche Tätigkeitsart gerade durchgeführt wird. In einem Zeitraum von fünf Tagen erfolgte über alle Schichten und MitarbeiterInnen der jeweiligen Tätigkeitsklasse hinweg, eine Selbstdokumentation der ausgeführten Tätigkeitsarten.
Im Ergebnis zeigte sich, dass zwischen den Schätzungen der Experten und der Tätigkeitsanalyse besonders bei den Tätigkeitsarten Grundpflege und Management und Administration deutliche Unterschiede lagen. So lag der Anteil der Grundpflege um 22% unter den Schätzungen, wohingegen der Anteil an Management und Administration 15% höher lag und mit 28% den zweithöchsten Anteil hinter der Grundpflege (41%) einnahm. In einem Ergebnisworkshop wurden mit den MitarbeiterInnen Handlungsempfehlungen wie die Optimierung der Arbeitsplatzgestaltung durch bspw. den Einsatz tragbarer Endgeräte (Tablets) diskutiert, um zeitintensive Arbeitsspitzen wie die Dokumentation im Bereich Management und Administration zu entzerren.
Die Analyseergebnisse sowie die partizipativ entwickelten Maßnahmen zur technischen und organisatorischen Arbeitsgestaltung stellen den Inhalt der Ergebnispräsentation auf dem GfA-Frühjahrskongress 2021 dar.

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Raum 2
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Podtchassova, Hausdorf, Schmicker