Arbeitswissenschaftliche Methoden in der Erforschung chirurgischer Mixed Reality

Autoren: Rüger, Queisner

Kategorie: Komplexe Inhalte digital vermitteln: Beispiele aus der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Chair: Mörike

Beitragskurzfassung:
In der Chirurgie erfolgt das Erlernen von Fähigkeiten primär durch Beobachtung und Assistieren, sowie supervisiertem Operieren. Dies betrifft die initiale Ausbildung ebenso wie die Weiterbildung, etwa beim Erlernen neuer Operationstechniken. Mixed Reality (MR) könnte den Lern- und Trainingsprozess sicherer und effektiver gestalten: Mittels MR-Brillen können etwa die individuelle Patientenanatomie oder intraoperative Ultraschallbilder dreidimensional auf das Operationsgebiet überlagert und so die Orientierung vereinfacht werden, um potenziell steile Lernkurven abzuflachen.
Die Entwicklung und Evaluation entsprechender Assistenzsysteme ist ein interdisziplinärer Prozess, der Kompetenzen in Softwareentwicklung, Chirurgie und Design erfordert. Dies erschwert die akademische Forschung: Nur wenige Einrichtungen verfügen über Expertise in allen erforderlichen Disziplinen, sodass oft umfangreiche Kollaborationen notwendig sind. Dies erschwert den Austausch von Fachwissen, z.B. bezüglich chirurgischer Arbeitsabläufe. Auch die Evaluation der Software gestaltet sich schwierig, da etwaige Vorteile intraoperativer Unterstützungssysteme schwer quantifizierbar sind
Anhand konkreter Fallbeispiele soll der Beitrag diskutieren, inwieweit arbeitswissenschaftliche Methoden dieses interdisziplinäre Forschungsfeld, welches noch primär technisch und medizinisch geprägt ist, erweitern und voranbringen können. Konkrete Beispiele sind die methodisch-systematische Analyse (chirurgischer) Arbeitsprozesse sowie der Einsatz qualitativer und gemischter Methoden; auch der Wissenstransfer aus anderen sicherheitskritischen Arbeitsfeldern, wie z.B. der Luftfahrt, erscheint uns vielversprechend. Hierdurch könnte die Evaluation der kognitiven und ergonomischen Auswirkungen chirurgischer MR-Anwendungen unterstützt werden, die in der Literatur noch nicht ausreichend Beachtung finden. Auch die Konzeption und Entwicklung von chirurgischen AR-Systemen innerhalb akademischer Organisationen könnte von diesen Methoden profitieren. Im Rahmen des Panels möchten wir deshalb Ansätze und Kollaborationen zwischen Arbeitswissenschaft und dem Forschungsfeld der chirurgischen Mixed Reality ausloten und anstoßen.

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Raum 3
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Rüger, Queisner