Auswirkungen von alternativen Hilfsmitteln auf die körperlichen Belastungen beim Personentransport

Autoren: Griemsmann, Schiefer, Hermanns, Derakshani, Göbel, Jäger, Koch, Ditchen, Ellegast

Kategorie: Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit

Chair: Ellegast

Beitragskurzfassung:
Der Personentransport ist eine anspruchsvolle Aufgabe, unter anderem führen die physischen Belastungen immer wieder zu Erkrankungen der Beschäftigten. Seit einigen Jahren werden am Institut für Arbeitsschutz die Muskel-Skelett-Belastungen (MSB) der Beschäftigten im Personentransport erforscht.
In einem ersten Projekt wurde der Patiententransport in Treppenhäusern durch Rettungskräfte analysiert. Es stellte sich die Frage, ob man die hohen Belastungen durch das Patientengewicht durch alternative Hilfsmittel reduzieren kann. Hierfür wurden konventionelle und alternative Hilfsmittel miteinander verglichen und auf eine Reduktion der MSB untersucht. Es wurden 30 Probanden aus dem Rettungsdienst akquiriert und ein Dummy mit einem Gewicht von 75 kg durch ein Treppenhaus transportiert. Zum Einsatz kamen vier Hilfsmittel: ein Tragestuhl, ein Raupenstuhl, ein Tragetuch und ein Treppengleittuch. Das CUELA-Messsystem wurde verwendet um mit Inertialsensoren und Kraftgriffen an den Hilfsmitteln die Ausgabeparameter Handaktionskräfte, Gelenkwinkel, Gelenkmomente und Bandscheiben-Druckkräfte im Bereich der Lendenwirbelsäule zu ermitteln und statistisch zu untersuchen. Zusätzlich zur biomechanischen Analyse wurden die Probanden über ihr physisches Belastungsempfinden befragt. In dieser Studie konnte ein positiver Effekt der alternativen Hilfsmittel Raupenstuhl und Treppengleittuch im Vergleich zu den konventionellen Hilfsmitteln nachgewiesen werden. Dies wurde ebenfalls durch den subjektiven Eindruck der Rettungsdienstbeschäftigten bestätigt.
Da weiterhin Handlungsbedarf beim Personentransport besteht wurde ein Folgeprojekt in den Gewerbezweigen Rettungsdienst, Krankentransport, Behindertenbeförderung und im Bestattungswesen gestartet. In einem ersten Schritt werden zur Identifizierung physischer Belastungsschwerpunkte Beschäftigte in den vier Gewerbezweigen befragt. Einzelne Belastungsschwerpunkte sollen biomechanisch analysiert werden und ein mögliches Entlastungspotential durch Alternativen untersucht werden.

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Raum 2
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Griemsmann et al.