Automatisierte Sprengstofferkennung von 2D Röntgensystemen mit multi-view Technologie: gehört das Entfernen von elektronischen Gegenständen aus dem Handgepäck bald der Vergangenheit an?

Autoren: Hügli, Merks, Schwaninger

Kategorie: Spezielle Zielgruppen, Prototypen und gefährliche Arbeitsplätze

Chair: Sträter

Beitragskurzfassung:
An vielen Flughäfen müssen Passagiere an Luftsicherheits-Kontrollstelle (LSK) aufgrund behördlicher Vorlagen Laptops und andere elektronische Gegenstände (PEDs, personal electronic devices) aus dem Handgepäck entfernen. Mit ihrer kompakten Bauweise können PEDs andere Gegenstände im Gepäck verdecken und dazu verwendet werden, zum Beispiel unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen (USBVs) im Gepäck zu verstecken. Neuere Röntgengeräte mit automatisierter Sprengstofferkennung und multi-view Bilddarstellung können die Detektion von Sprengstoff unterstützen und die Schwierigkeiten der Verdeckung von verbotenen Gegenständen durch andere Gegenstände reduzieren. Diese Geräte zeigen das Gepäck von zwei Ansichten und sprengstoffverdächtige Stellen in Röntgenbildern mit roten Rahmen an (Automationsalarme). Bei der Nutzung dieser Geräte besteht in verschiedenen Ländern die Möglichkeit, PEDs im Gepäck zu belassen, was die Auspackzeit und Anzahl Gepäckstücke pro Passagier verringert und somit den Passagierdurchsatz erhöhen könnte.  In der vorliegenden Studie bearbeiteten 98 Luftsicherheitsbeauftrage (Screener) in einer Kontroll- und zwei Testbedingungen eine simulierte Handgepäckscreening-Aufgabe mit realistischen Gepäckröntgenbildern. In zwei Testbedingungen (PEDs im Gepäck belassen vs. PEDs aus Gepäck entfernt) wurden die Screener mit automatisierter Sprengstofferkennung bei der visuellen Inspektion der Röntgenbilder unterstützt. Automatisierte Sprengstofferkennung steigerte die Leistung der Screener beim Erkennen von USBVs, allerdings nur wenn PEDs aus dem Gepäck entfernt worden waren. Die Erkennung von Schusswaffen und Messern wurden von PEDs im Gepäck nicht beeinträchtigt. Automatisierte Sprengstofferkennung erhöhte die Fehlalarmrate, wenn PEDs aus dem Gepäck entfernt wurden. Screener befolgten eher Automationslarme, wenn PEDs aus dem Gepäck entfernt worden waren und verließen sich eher auf ausbleibende Alarme, wenn sich PEDs im Gepäck befanden. Diese Studie liefert wichtige Erkenntnisse wie zukünftige LSKs gestaltet werden sollen und trägt zur theoretischen Diskussion bei, inwiefern eine Mensch-Maschine Funktionsteilung bei automatisierten Systemen erfolgen soll.

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Raum 6
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Hügli, Merks, Schwaninger