Bedeutung der Arbeit in der Sozialwirtschaft. Transformationsdruck und Forschungsbedarfe aus gewerkschaftlicher Perspektive

Autoren: Fischer, Bormann

Kategorie: Arbeit in der Sozialwirtschaft und die digitale Transformation

Chairs: Zink und Fischer

Beitragskurzfassung:
Die Sozialwirtschaft umfasst viele unterschiedliche Bereiche wie z.B. Schwangerschafts-, Sucht- und Schuldnerberatung, Schulsozialarbeit, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Werkstätten für behinderte Menschen, ambulante und stationäre Pflegedienste. Gemäß volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung beträgt in entsprechenden Wirtschaftszweigen der Anteil etwa elf Prozent der Beschäftigten in der Bundesrepublik. Demografischer Wandel, Zuwanderung, Herausforderungen der Arbeitsmarktintegration und zunehmende Flexibilitätserfordernisse führen absehbar zu einem weiteren Wachstum dieses Sektors.

Der Beitrag begründet zum einen aus gewerkschaftlicher Perspektive die volkswirtschaftliche, gesellschaftliche und arbeitsmarktpolitische Bedeutung der Arbeit in der Sozialwirtschaft als Gegenstand der Arbeitswissenschaft. Zum anderen werden Besonderheiten der Arbeit und des Arbeitshandelns in der Sozialwirtschaft herausgearbeitet, die auch wissenschaftlich von besonderer Relevanz sind. Wesentliches Kennzeichen ist die Dienstleistungsarbeit mit und am Menschen zur Bearbeitung sozialer Problemlagen in einem Kontext, in dem Leistungsempfänger und Leistungsträger (bspw. Sozialkassen) meist nicht identisch sind und die Leistungserbringer einen weiteren Pol darstellen. Das bringt Besonderheiten für die Gestaltung der Arbeit, des Arbeitshandelns und der Klientenintegration mit sich, die sich erheblich von anderen Arbeitskonstellationen unterscheiden. Mit der Digitalisierung und anderen gesellschaftlichen Entwicklungen wie Individualisierung und Differenzierung, und auch im Kontext der Corona-Krise nehmen Transformationserfordernisse zu. Eine umstandslose Übertragung von Transformationsstrategien und entsprechender Ansätze für die Arbeitsgestaltung aus anderen Wirtschaftszweigen ist jedoch aufgrund der Eigenarten der Arbeit in der Sozialwirtschaft nicht ohne weiteres möglich. Es bedarf vielmehr einer eigenständigen arbeitswissenschaftlichen Perspektive auf die Arbeitsverhältnisse wie auch auf das Arbeitshandeln in der Sozialwirtschaft, um sowohl gute Arbeit als auch eine hohe Dienstleistungsqualität zu gewährleisten.

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Raum 5
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Fischer, Bormann