Belastung und Beanspruchung in der Langzeitpflege – Ergebnisse einer qualitativen Studie

Autoren: Lantzsch, Saifoulline, Fuchs, Haubold

Kategorie: Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit

Chair: Ellegast

Beitragskurzfassung:
Aktuelle demographische Entwicklungen stellen immer höhere Anforderungen an die Pflegekräfte in der Langzeitpflege.
Im Rahmen eines mehrjährigen Drittmittelprojektes wurden Experteninterviews mit Beschäftigten in der Langzeitpflege durchgeführt (n=17). Pflegefach-, Pflegehilfskräfte, Auszubildende sowie Führungskräfte und Fachexperten wurden nach ihren Belastungen, Beanspruchungen und Ressourcen in ihrem beruflichen Alltag befragt.
Die Auswertungen der Interviews zeigen auf der organisationsbezogenen Ebene (88 Nennungen) die häufigsten Belastungen, gefolgt von den Belastungen auf der politisch-gesellschaftlichen Ebene. Danach folgen Belastungen auf interpersonaler Ebene (je 52 Nennungen), sowie Belastungen auf personaler Ebene (38 Nennungen). Emotionale Anforderungen, Bürokratisierung und quantitative Arbeitsanforderungen bilden hingegen aktuell die stärksten psychischen Belastungsfaktoren. Der Personalmangel scheint dabei ursächlich für viele Belastungsfaktoren in der Pflege zu sein. Bürokratisierung verstärkt die quantitativen Arbeitsanforderungen. Die daraus resultierenden negativen Beanspruchungsfolgen betreffen Erholungsunfähigkeit, Abgeschlagenheit/Ermüdung, Chronischer Stress/Burnout, Psychische Beschwerden, Körperliche Beschwerden, Schlafstörungen und Berufsaufgabe.
Die Experten berichteten über vielfältige Ressourcen zur Belastungsbewältigung: Entscheidungen treffen/Delegation, Unterstützung durch Kollegen/Teamklima, Sinnhaftigkeit der Arbeitsaufgabe und Hilfsmittel bilden die stärksten Ressourcen. Hilfsmittel kompensieren physische Belastungen. Eine Akzeptanz beruflicher Situationen kompensiert emotionale Belastungen durch Pflegebedürftige. Fortbildungen und Unterstützung durch Kollegen kompensieren emotionale Anforderungen.
Wichtigsten Maßnahmen zur Beanspruchungsbewältigung sind Bewegung und soziale Kontakte. Gefühle und Gedanken zulassen ist eine bedeutende mentale Bewältigungsstrategie.

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Raum 2
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Lantzsch et al.