Akzeptanz und Usability von Exoskeletten zur Rücken- und Schulterunterstützung in der Logistik: Standortübergreifende Studie mit Akzeptanz- und Belastungsstudie an ausgewählten Arbeitsplätzen

Autoren: Edwards, Hoffmann, Ralfs, Schubert, Prokop, Kitzmann, Müller, Stehn, Weidner

Kategorie: Technikakzeptanz

Chair: Sträter

Beitragskurzfassung:
Das Interesse am Einsatz von exoskelettalen Unterstützungssystemen als Präventionsmaßnahme hat in vielen Berufsfeldern zugenommen. Trotz der am Markt erhältlichen Exoskelette, gibt es kaum Langzeitstudien, die sich mit den Effekten von Exoskeletten im industriellen Gebrauch beschäftigen. Vereinzelte Labor- und Feldstudien zeigen, dass körperliche Entlastungen der unterstützten Körperregionen auf präventive Effekte für die Träger hinweisen könnten. Diese Methoden beziehen die Akzeptanz der Endanwender oft nicht ausreichend in die Untersuchungen ein. Experteninterviews, Probandenbefragungen und Feedback betroffener Parteien zeigen, dass trotz der entlastenden, ergonomisch wertvollen Unterstützung, Exoskelette nach kurzen Pilotierungen nicht weiter genutzt werden. Oftmals spielen nicht nur externe Variablen, wie technische Funktionalität oder physische Entlastung, sondern auch oberflächliche Aspekte, wie die optische Attraktivität des Systems, das soziale Ansehen unter Kollegen eine entscheidende Rolle in der Akzeptanz und damit der Implementierung im Betrieb.
Im Rahmen des Projektes ExoatWork (Förderung durch die Berufsgenossenschaften Handel und Warenlogistik) wurde in Zusammenarbeit mit DB Schenker eine Akzeptanzstudie an verschiedenen Logistik-Standorten durchgeführt, und mit den Ergebnissen einer physischen Belastungsstudie gekoppelt. Die Vorgehensweise, methodische Settings und zentrale Ergebnisse werden in dem Beitrag vorgestellt. Die Studie hat vor allem gezeigt, dass die Erwartungshaltung der Mitarbeiter vor den Tests, im Verlauf der Testdauer nicht in allen Kriterien bestätigt werden konnte, trotz der ermittelten Entlastung durch die Systeme. Des Weiteren besteht das Risiko der Stigmatisierung von Kollegen am selben Arbeitsplatz. Allerdings, hat sich auch generell gezeigt, dass die Unternehmenskultur und Aufklärung der Mitarbeiter bezüglich der Intervention eine große Rolle spielt und demnach ein möglichst transparenter Austausch, sowohl zwischen Betrieb und Mitarbeitern, als auch anderen Parteien stattfinden sollte, um Erwartungshaltungen vorzubeugen, die in der Realität mit den derzeit am Markt vorhandenen Systemen noch nicht erfüllt werden können.

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Raum 2
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Edwards et al.