Digitalisierung mit partizipativem Planungsvorgehen: Potentiale ausschöpfen und Risiken vermeiden

Autoren: Duisberg, Mayer, Langhanki, Mütze-Niewöhner

Kategorie: Technikfolgen und -abschätzung

Chair: Landau

Beitragskurzfassung:
Als Reaktion auf die Forderung nach einer höheren Flexibilität und gleichzeitig gesteigerten Effizienz der Produktion wird in deutschen Unternehmen die Digitalisierung im Sinne der Industrie 4.0 weiter forciert. Dass sich diese digitale Transformation auf die Arbeitsinhalte und -bedingungen der Beschäftigten auswirkt, steht außer Frage. Kontrovers diskutiert werden jedoch Ausmaß und Wirkungsrichtung dieser Veränderungen sowie die Nutzung dabei bestehender Gestaltungsspielräume für eine menschengerechte und partizipative Arbeitsgestaltung. Um einen Beitrag zur Beantwortung dieser Fragestellungen leisten zu können, wurden im Rahmen eines von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Projekts leitfadengestützte Interviews mit 12 VertreterInnen diverser Akteursgruppen aus unterschiedlich weit fortgeschrittenen Digitalisierungsvorhaben geführt.
Die teilnehmenden Personen schilderten dabei ihre Erwartungen bezüglich der Auswirkungen auf Produktionstätigkeiten, insbesondere im Zusammenhang mit dem Einsatz digitaler Unterstützungssysteme. Die Erhebung der erwarteten Auswirkungen der (geplanten) Veränderungen wurden systematisch anhand eines Katalogs an arbeitswissenschaftlichen Kriterien (wie z. B. Aufgabenvollständigkeit, Anforderungsvielfalt) erfasst. Die Auswertung der transkribierten Interviews erfolgte unter Einsatz der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2015). Die Ergebnisse spiegeln das ambivalente Meinungsbild in Forschung und Industrie wider: Es werden sowohl Chancen als auch Risiken mit der Digitalisierung verbunden (z. B. Angst vor Substituierung vs. Unterstützung bei der Aufgabenbewältigung, verbesserte Lernmöglichkeiten vs. größere Eintönigkeit der Aufgaben). Die Interviewergebnisse werden vor dem Hintergrund eines partizipativ gestalteten Planungsprozesses reflektiert. Der Beitrag liefert Anregungen für die Diskussion über die Gestaltung menschengerechter Arbeit im Kontext der Digitalisierung und die Ausschöpfung von Beteiligungspotentialen. Abschließend wird ein Ausblick auf die Entwicklung einer Webanwendung zur Unterstützung der partizipativen Arbeitsgestaltung gegeben.

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Raum 5
-
Duisberg et al.