Dimensionen arbeitsbezogener Prekarität: Definition, Konzept und Messung

Autoren: Seubert, Hopfgartner, Glaser

Kategorie: Dimensionen des Wandels von Arbeit und Gesellschaft: Kritische Perspektiven der Angewandten Psychologie

Chair: Hornung

Beitragskurzfassung:
Im Zuge zunehmender Flexibilisierung auf globalisierten Arbeitsmärkten und eines Anstiegs von atypischen und unsicheren Beschäftigungsverhältnissen in Europa seit den 1970er Jahren wird oftmals auch von prekärer Beschäftigung gesprochen. In diesem Beitrag werden zunächst verschiedene Begriffsdefinitionen im Lichte global liberalisierter Märkte kritisch diskutiert. Anschließend wird ein multidimensionales, soziologisches Konzept (Brinkmann et al., 2006) vorgestellt, das prekäre Beschäftigung anhand von fünf Dimensionen erfasst: (1) reproduktiv-materielle Dimension, (2) sozial-kommunikative Dimension, (3) legal-institutionelle (Partizipations-)Dimension, (4) Status- und Anerkennungsdimension, (5) sinnhaft-subjektbezogene Dimension. Auf Basis dieses fünfdimensionalen Konzepts wurde ein Erhebungsinstrument zur Erfassung von subjektivem Erleben arbeitsbezogener Prekarität (SEAP) entwickelt und getestet. Erste Ergebnisse einer Validierungsstudie (N=1197) in Deutschland und Österreich werden präsentiert und diskutiert. Die Analysen bestätigten eine reliable Messung sowie faktorielle, konvergente und diskriminante Validität des Instruments. Das Fragebogeninstrument SEAP trug außerdem statistisch signifikant zur Varianzaufklärung von emotionaler Erschöpfung, Depression und Work Engagement bei, und zwar über Arbeitsplatzunsicherheit, soziale Unterstützung durch Kollegen/Vorgesetzte, Qualifizierungs- und Partizipationschancen, Reziprozität sowie berufliche Sinnerfüllung hinaus (inkrementelle Validität). Die Ergebnisse zeigen, dass das subjektive Erleben von arbeitsbezogener Prekarität über das Erleben von Arbeitsplatzunsicherheit hinausgeht. Künftige Studien sollten daher die mit prekärer Beschäftigung einhergehenden Wahrnehmungen mehrdimensional erfassen, um den Transmissionsprozess hin zu Beeinträchtigungen des Wohlbefindens und der Gesundheit adäquat zu erfassen.

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Raum 5
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Seubert, Hopfgartner, Glaser