Dimensionen der Subjektivierung von Arbeit: Intensivierung, Internalisierung und Individualisierung

Autoren: Hornung, Weigl, Herbig, Glaser

Kategorie: Dimensionen des Wandels von Arbeit und Gesellschaft: Kritische Perspektiven der Angewandten Psychologie

Chair: Hornung

Beitragskurzfassung:

In dieser Überblicksarbeit wird ein Rahmenkonzept prägender Trends im Spannungsfeld von Arbeit und Gesundheit vorgeschlagen und an einer Serie arbeits- und organisationspsychologischer Studien erprobt. Das dreidimensionale Analyseschema zur Subjektivierung von Arbeit erfasst Interaktionen von Intensivierung (Leistungssteigerung), Internalisierung (Zielübernahme) und Individualisierung (Personalisierung). Risikokonstellationen für selbstschädigendes Arbeitsverhalten und Gesundheitsbeeinträchtigungen sind dysfunktionale Dynamiken zwischen motivationaler Individualisierung von Arbeitsbedingungen und mitarbeiterseitiger Verinnerlichung organisationaler Leistungsinteressen bei systeminhärentem Intensivierungs- und Rationalisierungsdruck. Implikationen für längerfristige sozialisatorische Auswirkungen der Persönlichkeitsentwicklung und Entfremdung, werden angedeutet. Der empirische Teil synthetisiert 7 Fragebogenstudien zu arbeitsbezogener Gesundheit. Analyseschema bildet die Taxonomie von Intensivierung, Internalisierung und Individualisierung. Ergänzend ist die Strukturierung von Arbeitssystem/-prozess in Aufgaben-/Tätigkeitsbezug vs. Kontext-/Ausführungsbedingungen; sowie von positiven und negativen kurz-, mittel- und langfristigen Arbeitswirkungen. Arbeitstätigkeiten untersuchen 4 Studien, 2 betonen Intensivierungs- (S1: Arbeitsmerkmale; S2: Interaktionsarbeit), 2 Individualisierungsaspekte (S5: Selbstregulation; S6: Selbstausgestaltung); alle umfassen Internalisierungsvorgänge (z.B. Arbeitsmotivation, Commitment). Bei den Ausführungsbedingungen fokussiert je 1 Studie auf Intensivierungs- (S4: Entgrenzung), Internalisierungs- (S3: Managementpraktiken) und Individualisierungsprozesse (S7: Gerechtigkeit). Die theoriegeleitete Integration zeigt, wie selten reflektierte, übergreifende Tendenzen als Leistungssteigerung, Zielübernahme und Personalisierung Domänen von Arbeitskontexten, Forschungsthemen und Ergebnisse durchdringen. Belastungen wirken zunehmend weniger als „Exposition” von „außen ein”, sondern als Folge psychischer „Imposition” von „innen heraus”. Forschung zu Arbeit und psychosozialer Gesundheit muss entsprechend (re-)interpretiert u. ausgerichtet werden.

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Raum 5
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Hornung et al.