Dimensionen sozialer Entfremdung im Kontext der Wirtschaft

Autoren: Weber

Kategorie: Dimensionen des Wandels von Arbeit und Gesellschaft: Kritische Perspektiven der Angewandten Psychologie

Chair: Hornung

Beitragskurzfassung:
Einseitig ökonomistische Denkweisen und Handlungsbereitschaften privatwirtschaftlicher Funktionsträger/innen können zur Entwicklung eines unethischen Organisationsklimas, destruktiver Führung sowie Korruption beitragen und notwendigen ökologisch-sozialen Wandel von Wirtschaftsinstitutionen und Unternehmen behindern (Stichworte: Globale Klimakrise, Fair Trade, Decent Work). Dies betrifft z. B. eine menschorientierte Gestaltung der Arbeit in internationalen Zulieferketten sowie die Integration von leistungsgewandelten Arbeitenden oder ethnisch diversen Belegschaften.

Im diesem Beitrag wird ein organisations- und wirtschaftspsychologisches Rahmenkonzept der sozialen Entfremdung vorgestellt, das wirtschaftsethische Beiträge aus der Kritischen Theorie (Horkheimer, Fromm, Habermas) und ihrem Umfeld (Israel, Schaff, P. Ulrich) für die empirische Analyse von psychologischen Hindernissen des ökologisch-sozialen Wandels in Unternehmen und im Konsumalltag nutzbar macht. Gemeinsam ist diesen die Konzeptualisierung von sozialer Entfremdung. Diese beschreibt „entmenschlichende“ Denkweisen und Interaktionspraktiken, die aus beruflichen oder konsumbezogenen Sozialisationsprozessen in Unternehmen und auf Märkten resultieren können, falls dort neoklassische Prinzipien des Wirtschaftens ohne Rücksicht auf soziale Kriterien umgesetzt werden (z.B. Radikalisierung des Konkurrenzprinzips, Sachzwangglauben, „Evaluationismus“).

Es wurden fünf Facetten der sozialen Entfremdung abgeleitet und quantitative Fragebogenmodule entwickelt, die vorgestellt werden: I. Marketingorientierter Sozialcharakter, II. Warenfetischismus, III. Ökonomistische Denkform und Verdinglichung von Menschen, IV. Naturalisierung von gesellschaftlichen Verhältnissen, V. Beeinträchtigung einer gemeinwesenorientierten, universellen Perspektivenübernahme. Antezedenzien dieser fünf Denkweisen (z.B. beruflicher Tätigkeiten), deren Dimensionalität sowie mögliche psychologische (z.B. soziomoralische Kompetenz), betriebliche und interorganisationale Folgen (z.B. Kooperation, soziale Kohäsion) werden in einer derzeit anlaufenden Validierungsstudie geprüft, deren Untersuchungsdesign und Zielsetzungen diskutiert werden.

Zoom Informationen:

Geschützter Bereich

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Bitte gebe dein Passwort ein um den Inhalt freizuschalten.

Zeitfenster der Veranstaltung (1)

Raum 5
-
Weber