Einsatz digitaler Menschmodelle zur fähigkeitsgerechten Arbeitsgestaltung an Beispielen aus der Praxis

Autoren: Fritzsche, Ullmann, Schönherr

Kategorie: Wohlbefinden, mentale & körperliche Beanspruchung

Chair: Sträter

Beitragskurzfassung:
Die steigende Anzahl älterer und leistungsgewandelter Arbeitnehmer ist eine zunehmende Herausforderung für produzierende Unternehmen. Zur Sicherstellung eines wertschöpfenden und fähigkeitsgerechten Einsatzes erlangt daher eine prospektive Arbeitsgestaltung an Bedeutung. Insbesondere in der frühen Phase der Prozessplanung sind digitale Menschmodelle zur präventiven Absicherung ergonomisch günstiger Arbeitsplätze und -prozesse geeignet. Die aktuellen Menschmodelle und deren angeschlossenen Softwaresysteme verfügen jedoch zumeist nur über Funktionalitäten für „Norm-Menschen“. Altersunabhängige, individuelle Leistungsvoraussetzungen oder spezielle Fähigkeitseinschränkungen werden für eine fähigkeitsgerechte Arbeitsplatz- und Prozessgestaltung nur unzureichend berücksichtigt. Eine Erweiterung digitaler Menschmodelle zur zielgerichteten digitalen Arbeitsgestaltung zum Einsatz leistungsgewandelter Mitarbeiter ist daher notwendig.
Dieser Beitrag beschreibt u.a. die Erweiterung von Funktionen digitaler Menschmodelle zur (semi-)automatischen Erstellung von Arbeitsplatzanforderungsprofilen mittels digitaler Simulationen auf Basis eines entwickelten Kriterienkatalogs. Mit der Integration von Leistungseinschränkungen über Mitarbeiterfähigkeitsprofile können ebenfalls deren Auswirkungen auf Menschmodelle dargestellt werden. Beide Ansätze wurden in eine Methode zur digitalen fähigkeitsgerechten Arbeitsgestaltung überführt, welche die Auswertung individueller Leistungsfaktoren und die gezielte Arbeitsplatzgestaltung im Rahmen der simulativen Prozessplanung unterstützt. Mit Hilfe einer beispielhaften Umsetzung in die Planungssoftware ema Work Designer wird die praktische Anwendung an zwei Beispielen aus der Automobilindustrie aufgezeigt. Neben der Neugestaltung eines Fertigungsbereiches der Komponentenmontage zum gezielten Einsatz von leistungsgewandelten Mitarbeitern bei der Daimler AG im Werk Kassel können auch bereits geplante Prozesse überprüft und prospektiv fähigkeitsgerecht gestaltet werden. Dies wird anhand eines weiteren Beispiels in der Vormontage des Volkswagen-Fahrzeugwerkes in Zwickau aufgezeigt.

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Raum 4
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Fritzsche, Ullmann, Schönherr