Feldstudie zur aktuellen EU-Verordnung bezüglich der Arbeitsdauern bei der visuellen Inspektion von Gepäckröntgenbildern

Autoren: Buser, Sterchi, Schwaninger

Kategorie: Vigilanz und motivationsförderliche Arbeitsgestaltung

Chair: Brombach

Beitragskurzfassung:
An Europäischen Flughäfen ist regulatorisch vorgeschrieben, dass Sicherheitsbeauftragte (Screener) nach 20 Minuten ununterbrochener visueller Inspektion von Gepäckröntgenbilder entweder eine Pause von mindestens 10 Minuten durchführen oder an eine andere Arbeitsposition an der Luftsicherheitskontrollstelle (LSK) wechseln. Es ist daher üblich, dass das Sicherheitspersonal alle 20 Minuten zwischen den Arbeitspositionen an der Luftsicherheitskontrollstelle (LSK) rotiert. Bei einer neuen Technologie, Remote Screening, wird die Screening-Position von der LSK weg in einen separaten Raum verschoben. Es wird dadurch betrieblich anspruchsvoll, die Rotation im 20-Minuten-Takt aufrechtzuerhalten. Es stellt sich daher die Frage, ob Screener auch länger Röntgenbilder inspizieren können und wie sich ihre Leistung und ihr Wohlbefinden dadurch verändert.
In einer Feldstudie an einem Europäischen Flughafen inspizierten zwei Gruppen von Screenern über vier Monate hinweg Röntgenbilder von Handgepäck. Eine Gruppe analysierte Röntgenbilder 20 Minuten lang und wechselte danach an eine andere Arbeitsposition (20-Minuten-Gruppe), während die andere Gruppe bis zu 60 Minuten Röntgenbilder analysierte (60-Minuten-Gruppe). Ein Gruppenvergleich zeigte, dass sich die Screener bezüglich verschiedener Leistungsmasse (Trefferrate, Zurückweisungsrate oder Bearbeitungszeit) nicht unterschieden. Es war Screenern möglich, ohne erkennbare Leistungseinbussen länger als 20 Minuten Röntgenbilder zu inspizieren. In Interviews und Fragebogen berichteten Screener, dass es ihnen meist nach 30 bis 40 Minuten schwer fiel die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. Diese Rückmeldungen decken sich mit der mittleren Zeit von rund 30 Minuten, während welcher die 60-Minuten-Gruppe Röntgenbilder analysierte. Wie lange Screener Röntgenbilder inspizierten und wie schwierig sie die Durchführung von längeren Screening-Einheiten empfanden war sehr individuell. Diese Ergebnisse legen nahe, flexiblere Pausenmodelle zu diskutieren und zu erproben. Unsere Ergebnisse implizieren, dass flexiblere Arbeitszeiten am Bildschirm eingeführt werden könnten, welche zwischen 20 und 40 Minuten dauern könnten.

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Raum 6
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Buser, Sterchi, Schwaninger