KI im Spannungsfeld aus Mensch, Technik, Organisation und Umwelt: Was können wir von Hegel für eine Dialektik kognitiver und kooperativer Arbeitssysteme lernen?

Autoren: Flemisch, Baltzer, Meyer, Herzberger, Wasser, Usai, Preutenborbeck

Kategorie: Digitale Transformation, Einsatz von KI und Robotik

Chair: Flemisch

Beitragskurzfassung:
Künstliche Intelligenz ist einerseits in aller Munde, andererseits wird in Gartner „Hype Cycle for Artificial Intelligence 2020“ auch vor übersteigerten Erwartungen gewarnt. Insbesondere sog. Autonome Systeme könnten einer auf den Menschen ausgerichteten Zielrichtung der Arbeitswissenschaft diametral entgegenstehen. Wie können wir trotzdem die Energie dieses Spannungsfeldes KI und menschliche Intelligenz für die Arbeitswissenschaft nutzen? Welche Anregungen können wir dabei aus anderen Wissenschaftsfeldern ziehen?

Eine der Stärken des deutschen Standortes der „Dichter & Denker“ ist seine lange Tradition des Wechselspiels aus Philosophie, Natur-, Geistes- und Ingenieurwissenschaften. So wird 2020 weltweit der 250te Geburtstag von Hegel gefeiert. Hegel ist u.a. für sein Prinzip der Dialektik bekannt, bei der unterschiedliche Thesen über die Welt ein Spannungsfeld erzeugen, das nicht wie bei Aristotelischen Logik zur gegenseitigen Ablehnung und Blockade führt, sondern durch einen dialektischen Prozess zu einer Synthese, die eine deutlich leistungsfähigere Beschreibung der Welt herausbildet.

Der vorgeschlagene Beitrag beschreibt eine Übertragung der Hegel’schen Dialektik auf Mensch und AI in der Arbeitswissenschaft. Ausgehend von Mensch, Technik, Organisation, und Umwelt fokussiert er auf das Spannungsfeld einer verteilten kognitiven Leistung und Kontrolle in Arbeitssystemen. Eine mögliche Synthese dieses Spannungsfeldes sind kognitive und kooperative Systeme in Form von Assistenzsystemen, Teil- und Hochautomation (z.B. Rasmussen, Hoc, Onken & Flemisch, Pacaux; Flemisch, Bengler, Bruder & Winner; Kluge; Nitsch, Wendemuth, Soefker, Hohmann uvm.), die wiederum von einem organisationalen Verständnis von Kompetenz und Kooperation profitieren (z.B. Kluge, Wilkens, Mütze et al.).

Der Beitrag skizziert die Grundzüge einer Dialektik kognitiver und kooperativer Arbeitssysteme an vereinfachten Grundprinzipien, die mit praktischen Beispielen aus der Forschung der Autoren zu Assistenz- & Automationssystemen in den drei Domänen Flugzeug, Kraftfahrzeug und Produktionsanlage so veranschaulicht werden, dass der Nutzen für Theorie und Praxis der Arbeitswissenschaft deutlich wird.

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Raum 2
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Flemisch et al.