Kognitive Ergonomie: Wie wird die kognitive Beanspruchung gemessen?

Autoren: Bornewasser, Bläsing

Kategorie: Wohlbefinden, mentale & körperliche Beanspruchung

Chair: Sträter

Beitragskurzfassung:
Die kognitive Ergonomie fokussiert den Blick auf die informatorischen Verhältnisse am Arbeitsplatz, d.h. die betriebliche Informationsgestaltung, ihre mentale Verarbeitung und ihre kurz- und langfristigen Auswirkungen auf das individuelle Arbeitsverhalten. Dabei wird der Versuch unternommen, die traditionell biomechanistische und damit in Ansätzen auch kausale Sicht durch eine stärker interaktive Konzeption von externen und internen Faktoren zu ersetzen. Mentale Beanspruchung beschreibt somit ein Zusammenwirken von extern wahrgenommenen Anforderungen und intern bereitgestellten Ressourcen. Hohe Beanspruchung liegt dann vor, wenn die Anforderung nach Ressourcen die Bereitstellung von mentalen Ressourcen selbst bei hoher Kompetenz, Aufmerksamkeit und Konzentration übersteigt. Diese Konzeption impliziert den Versuch, die theoretische Black-Box-Konzeptionen zu überwinden. Hier hat gerade die kognitive Psychologie mit verbreiteten Modellen zu Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Ressourcen und Workload erhebliche Beiträge geleistet. Gleichzeitig stellt sich aber auch die Frage nach Methoden, um die Vielfalt der internen mentalen Vorgänge bei der Verarbeitung von Information objektiv z.B. mittels physiologischer oder neurophysiologischer Messungen zu erfassen. Dabei geht es konkret um die Frage, in welchem Umfang und über welchen Zeitraum hinweg Beanspruchung vorliegt und ab wann die Grenzen der Beanspruchbarkeit überschritten sind. Damit verbunden ist nicht nur das Problem, wie automatische Vorgänge und willentlich motivierte Verarbeitung zu trennen sind, sondern auch das der Auswahl und Kombination geeigneter Messverfahren, die in der Praxis oftmals zu dissoziativen Befunden führen. Hier stellen sich gegenwärtig und auch wohl auch noch zukünftig zahlreiche theoretische Forschungsfragen, die überzeugender als bisher beantwortet werden müssen, ehe diese Verfahren in der kognitiv ausgerichteten ergonomischen Praxis akzeptable Anwendung finden können.

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Raum 4
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Bornewasser, Bläsing