Mehrsprachigkeit: Herausforderung bei Interaktionsarbeit in Kitas. Erste Ergebnisse des Projekts SO-SERVE (SOCIAL SERVICE ENGINEERING – Synergien von Arbeits- und Dienstleistungswissenschaft für die Verbesserung von Arbeit an und mit Menschen nutzen)

Autoren: Gilbert, Friedrich, Pietrzyk, Steputat-Rätze, Zinke

Kategorie: Arbeitsbedingungen in der Interaktionsarbeit und ihre Auswirkungen auf Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Chair: Niehaus

Beitragskurzfassung:
Eine der wesentlichen Arbeitsanforderungen in der Interaktionsarbeit ist der verbale Informationsaustausch, weshalb Interaktionsarbeit auch als dialogisch-interaktive Arbeit bezeichnet wird (Hacker, 2009). Im Kita-Bereich erfordert das Ideal einer Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Kita-Beschäftigten und Erziehungsberechtigten, in deren Zentrum das Kind und seine Belange stehen, einen Prozess der gegenseitigen Vertrauensbildung sowie der längerfristigen Kommunikation und Kooperation.

Als Teilergebnis einer Anforderungserhebung im Projekt SO-SERVE(BMBF/ESF) stellte sich die Mehrsprachigkeit als besondere Herausforderung in Bezug auf den erfolgreichen Informationsaustausch zwischen ErzieherInnen und Erziehungsberechtigen dar. In leitfadengestützten Interviews in vier Kitas schilderten die ErzieherInnen Schwierigkeiten insbesondere bei der spontanen mündlichen Kommunikation mit den Erziehungsberechtigen, seltener auch bei der schriftlichen Kommunikation. Trotz zahlreicher „Insellösungen“ (u. a. mehrsprachige Aushänge, Einbezug von Geschwistern für die Übersetzung, Einsatz von DolmetscherInnen, Verschriftlichung von Informationen für die selbstständige Übersetzung zu Hause) wird die Mehrsprachigkeit von den Beschäftigten als beanspruchend in der täglichen Arbeit erlebt. 

Im Rahmen des Projekts wird der Fragestellung nachgegangen, welche Gestaltungsmöglichkeiten die Arbeitspsychologie und das Service Engineering zur Erleichterung des Umgangs mit der Mehrsprachigkeit bieten. Der integrative, interdisziplinäre Lösungsansatz beinhaltet zum einen die Beteiligung der Betroffenen an der weiterführenden Analyse und der Entwicklung von Lösungsideen im Rahmen von zeitweiliger moderierter Kleingruppenarbeit (partizipativer Ansatz). Zum anderen wird der Nutzen der Digitalisierung ausgelotet. Partizipative Arbeitsgestaltung und Service Engineering können als Türöffner für eine bessere (digitale) Kommunikation zwischen ErzieherInnen und Erziehungsberechtigten verstanden werden.

Hacker, W. (2009). Arbeitsgegenstand Mensch: Psychologie dialogisch-interaktiver Erwerbsarbeit. Ein Lehrbuch. Pabst.

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Raum 4
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Gilbert et al.