Menschenzentrierte Arbeits- und Technikgestaltung mit Künstlicher Intelligenz – Einblicke in die Forschungsmethodik des KI-Experimentierraumprojekts „humAIn work lab”

Autoren: Hoppe, Roth, Zanker

Kategorie: Technikfolgen und -abschätzung

Chair: Kluge

Beitragskurzfassung:
Zukünftige Arbeitswelten werden KI-basiert sein. Diese Prognose scheint unbestritten. Damit der Mensch im KI-getriebenen Wandel nicht abgehängt wird infolge von Automatisierung und Substitution, sondern weiterhin zentraler Akteur des Wirtschafts- und Arbeitslebens sein kann, wird gefordert, den KI-Einsatz menschenzentriert zu gestalten. Jedoch lässt sich der Eindruck gewinnen, dass die zeitgenössische Deutung des Terminus „menschenzentriert“ meist in der kaum hinterfragten Feststellung endet, dass „der Mensch im Mittelpunkt“ stehen müsse, ohne die Menschenzentrierung zu konkretisieren. Unser Beitrag soll deshalb erstens mit einer Konzeptexplikation die Potenziale der Menschenzentriertheit für KI aufzeigen. Menschenzentrierte KI-Gestaltung stellt, so eine inzwischen traditionsreiche Perspektive auf Technik in der Arbeitswelt, die Wechselwirkungen zwischen Mensch, Technik und Arbeitsorganisation ins Zentrum und organisiert die technologische Entwicklung passgenau um menschliche Fähigkeiten wie Flexibilität, Kreativität und Einfallsreichtum herum. KI im Betrieb lässt sich dann deuten als sozialer Prozess, der entlang von Interessen und Bedürfnissen formbar ist. Vor diesem Hintergrund sollten sich Forschungs- und Gestaltungsprojekte, deren Gegenstand die Wirkungen und Technikfolgen menschenzentrierter KI sind, einer Methodik bedienen, die sensitiv ist für die konzeptionell in der Menschenzentriertheit angelegten Wirkungszusammenhänge. Daher wird zweitens ein forschungsmethodischer Ansatz vorgestellt, der an den Potenzialen menschenzentrierter KI anknüpft und im kürzlich gestarteten Lern- und Experimentierraumprojekt „humAIn work lab” erprobt wird. Auf Basis der Forschungsstrategie arbeits- und industriesoziologischer Fallstudien wird der „Umgang mit KI im Betrieb als sozialer Prozess” zum Untersuchungsfall für Analyse und (Mit-)Gestaltung. Dazu bedarf es, so unser Argument, eines „partizipativen Forschungsansatzes”, bei dem die betrieblich Beteiligten als „Co-Forschende” ihren Umgang mit KI reflektieren und ihre Erfahrungen systematisch in die Gestaltung einbringen. Dieser Ansatz ist forschungsleitend bei der Entwicklung des methodischen Fallstudieninstrumentariums.

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Raum 3
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Hoppe, Roth, Zanker