Menschorientierte Gestaltung komplexer System of Systems – Demokratische Beteiligung von Beschäftigten als Erfolgsfaktor

Autoren: Klippert

Kategorie: Neue Mitbestimmungs- und Beteiligungsformen

Chair: Altepost

Beitragskurzfassung:
Der System of Systems (SoS) Ansatz ist stellt in Zukunft den Bezugsrahmen für technische Entwicklungsaktivitäten dar. Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren oder Industrie 4.0 verdeutlichen diese SoS-Perspektive. Dieser Sichtweise folgend lässt sich auch das zugehörige soziale Handlungssystem mit den in der Regel über Unternehmensgrenzen hinweg verorteten Entwicklerteams und Ressourcen als SoS interpretieren.
Bezogen auf das Handlungssystem fehlt es jedoch an geeigneten Organisationsmodellen mit Prozessen, Rollen, Aufgaben, IT-Werkzeugen, leistungsstarken Methoden und neuen Formen der Kollaboration für ein digitales und agiles Miteinander. Gleiches gilt für tragfähige Strategien im Engineering. In allen Bereichen sind in hohem Maße Menschen (Systemarchitektin, Produktionssystemplaner, IT-Leiter etc.) involviert. Daher sind SoS als sozio-technische Systeme zu begreifen, bei der die Systemelemente Mensch-Organisation-Technik im Entwicklungsprozess gleichrangig betrachtet werden (joint optimization).
Diese Veränderungen sollen in einem Forschungsprojekt empirisch erhoben und human-zentrierte Gestaltungslösungen praktisch erprobt werden. Als Alleinstellungsmerkmal gegenüber aktueller Forschung ist die integrierte Betrachtung der Themen Agilität, Kollaboration, Systems Engineering und Digitalisierung/KI hervorzuheben.
Im Sinne der joint optimisation werden Beiträge betrieblicher Interessenvertretungen an der Gestaltung agiler Arbeitsorganisationen untersucht. Im Vordergrund stehen Fragen der Arbeitssystemgestaltung, wie Dauer und Lage von Arbeitszeiten, der physischen und psychischen Gefährdungen, grundlegende Änderungen der Betriebsorganisation oder der Einführung neuer Arbeitsmethoden. Diese Fragen sind betriebsverfassungsrechtlich relevant. Gleichzeitig werden bei agilen Arbeitsweisen viele Entscheidungen über diese Sachverhalte an das agile Team delegiert. Es wird untersucht, wie Beschäftigte und Interessenvertretungen die daraus resultierenden Spannungen in den Arbeitsbeziehungen bearbeiten. Der Beitrag stellt den theoretischen Rahmen sowie das Forschungskonzept und die ersten forschungspraktischen Aktivitäten eines Forschungsprojektes vor.

Zoom Informationen:

Geschützter Bereich

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Bitte gebe dein Passwort ein um den Inhalt freizuschalten.

Zeitfenster der Veranstaltung (1)

Raum 1
-
Klippert