Messwertbasierte Gefährdungsbeurteilung der distalen oberen Extremität

Autoren: Weber, Heinrich, Hermanns-Truxius, Seidel, Ellegast

Kategorie: Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit

Chair: Bengler

Beitragskurzfassung:
Im Zuge der Digitalisierung und des technischen Fortschritts stehen immer mehr Messsysteme zur Analyse von beruflicher körperlicher Arbeitsbelastung zur Verfügung. In der internationalen Literatur werden solche Messsysteme hinsichtlich ihrer Nutzergruppen und Komplexität in drei Kategorien eingeteilt: 1) PraktikerInnen, 2) Ergonomiefachkräfte, 3) Mess-ExpertInnen/WissenschaftlerInnen.
Von zentraler Bedeutung ist die Beurteilung der ermittelten Expositionen bezüglich möglicher Gesundheitsgefahren anhand wissenschaftlich fundierter Standards und Richtlinien. Im Projekt MEGAPHYS entwickelte und evaluierte das Institut für Arbeitsschutz (IFA) Bewertungsverfahren für die messtechnische Analyse arbeitsbezogener Muskelskelettbelastungen. Die Verfahren zur Abbildung der Risikofaktoren für Muskel-Skelett-Beschwerden und –Erkrankungen (MSBE) der Handgelenke und Ellenbogen beurteilen repetitive Bewegungen, extreme Gelenkstellungen und den Kraftaufwand der Hände. Basierend auf der internationalen Literatur berücksichtigt der entwickelte Repetition-Score (RS) die mittlere Winkelgeschwindigkeit, den Median der Mittenfrequenz und die Mikro-Pausen. Der Kinematic Assessment Index wurde ausgehend von den Normen DIN 1005/4 und ISO 11226 gebildet und liefert den Zeitanteil nicht empfohlener Haltungen und Bewegungen. Die Bewertung des Kraftaufwands basiert auf dem 90. Perzentil der %MVC Werte (P90 %MVC). Ein kombinierter Belastungsindikator wurde aus RS und P90 %MVC nach dem HAL-TLV Verfahren (ACGIH 2018) entwickelt.
Die in MEGAPHYS validierten lokalisationsbezogenen Risikobewertungen wurden auf das internationale Kategoriensystem übertragen. Dieser Beitrag stellt die drei Messsystemkategorien vor und diskutiert, welche Sensorkonstellationen und Bewertungsstandards für die messwertbasierte Gefährdungsbeurteilung (mGBU) der distalen oberen Extremität eingesetzt werden können.
Durch den Einsatz von mGBU ermöglicht dieser Ansatz objektivere und genauere Analysen von MSBE-Risikofaktoren. Neben der Anwendung als Experten-Messsystem können die mGBU zukünftig für einzelne Körperregionen mit einfacher Messtechnik auch in der Zielgruppe der betrieblichen PraktikerInnen eingesetzt werden.

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Raum 2
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Weber et al.