Projekt(KONDITION): Kompetenzerhalt für Nicht-Routine-Tätigkeiten in digitalen Arbeitsumgebungen – Studien anhand der Berufe Chemikant/in und Pharmakant/in – Fragestellung, Methodik und erste Ergebnisse

Autoren: Conein, Felkl

Kategorie: Digitalisierung, Wandel der Arbeit: neue Anpassungserfordernisse bei Zusammenarbeit, Fertigkeitserhalt und Gesundheit

Chair: Tieves-Sander

Beitragskurzfassung:
Industrie 4.0 verändert die Rolle des Menschen im Produktionsprozess dahingehend, dass er im Regelfall vor allem Produktionsstrategien vorgibt und deren Umsetzung in den (weitgehend selbst gesteuerten) Produktionsprozessen überwacht. Dies führt zu einer Zunahme an Routine-Situationen, in denen betreffende Mitarbeiter/innen (Operatoren) Tätigkeiten mit tendenziell geringen Kompetenzanforderungen ausüben. Ganz anders hingegen in sogenannten Nicht-Routine-Situationen (Störungen, Neueinrichtungen), die auch in hochautomatisierten Produktionssystemen immer wieder auftreten. In diesen Situationen müssen die Operatoren ad hoc eine Fülle an Wissen und Können mobilisieren, um schnell und kompetent Entscheidungen zu treffen und Handlungsschritte einzuleiten. Wissen und Können, das (wie in hochautomatisierten Produktionsprozessen der Fall) eher selten benötigt wird, ist der Gefahr ausgesetzt, vergessen zu werden, bzw. nicht mehr schnell genug aktiviert werden zu können. Diese Problematik des im englischsprachigen Raum als „skill-decay“ bezeichneten Kompetenzverlustes ist schon früh für Operatoren in den Bereichen Luftfahrt, Militär, Polizei und kritische Infrastruktur beschrieben worden.
Das vorliegende Forschungsvorhaben realisiert dies erstmals für den Bereich der industriellen Produktion und beschreibt, bezogen auf die beiden Berufe Chemikant/in und Pharmakant/in, qualitativ und quantitativ das Phänomen des „skill-decay“ und die daraus resultierenden Probleme.
In einem weiteren Schritt werden Maßnahmen zur Verhinderung des Kompetenzverlustes identifiziert und einem Praxistest unterzogen.
Das Forschungsprojekt hat 2020 mit einer strukturierten Literaturanalyse begonnen. Im November 2020 werden voraussichtlich die ersten Expert/innen-Interviews, Arbeitsprozessanalysen und Interviews mit Fachkräften stattfinden. Neben dem beschriebenen Problemaufriss wird der Vortrag somit auch erste Ergebnisse zu der qualitativen Phase der empirischen Erhebungen enthalten.

Literatur:
Bundesinstitut für Berufsbildung (2020). Kurzbeschreibung des Projektes. Verfügbar unter https://www.bibb.de/tools/dapro/data/documents/pdf/ab_22343.pdf (letzter Zugriff: 21.09.20)

Zoom Link:

Geschützter Bereich

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Bitte gebe dein Passwort ein um den Inhalt freizuschalten.

Zeitfenster der Veranstaltung (1)

Raum 6
-
Conein, Felkl

Datenschutz
Wir, Institut für Arbeitswissenschaft (Firmensitz: Deutschland), verarbeiten zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Datenschutz
Wir, Institut für Arbeitswissenschaft (Firmensitz: Deutschland), verarbeiten zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in unserer Datenschutzerklärung.