Steharbeit mit variierenden Gehanteilen – Einfluss auf Muskelaktivität und Volumenzunahme des Unterschenkels sowie subjektive Beschwerden

Autoren: Rücker, Brombach, Bengler

Kategorie: Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit

Chair: Jäger

Beitragskurzfassung:
Steharbeit bewirkt nicht selten ungünstige Beanspruchungen im Produktionsbereich. Im Beitrag wird eine mögliche Beanspruchungsreduzierung durch den Wechsel von Stehen/Gehen im Arbeitsablauf analysiert.
Mit zehn Probanden (30-65 J.) werden zwei Szenarien (je 2,5h) mit variierenden Steh-/Gehanteilen untersucht, mit einer industrietypischen Taktzeit von 90s. Die Zeitanteile Stehen:Gehen betragen in S1 87s:3s, bzw. 63s:27s in S2. Mittels Elektromyographie (EMG) wird die elektrische Muskelaktivität eA gemessen (Unterschenkel, M. gastrocnemius/tibialis ant.).
Dabei wird eine Vorgehensweise vorgestellt, mit der die höheren dynamischen Anteile bei einem höheren Gehanteil (S2) erfasst und untersucht werden. Im direkten Zusammenhang werden dann die Ermüdungserscheinungen näher betrachtet und in einem methodisch weiterführenden Ansatz die eA und das Frequenzspektrum (MF) im Zeitverlauf interpretiert. Eine Volumenzunahme, bedingt durch eine verminderte Funktion der Muskelpumpe bei statischer Steharbeit, wird mit der Wasserplethysmographie (WP) aufgenommen. Zudem werden die bioelektrische Impedanz (BIA), die Pulsfrequenz und das subjektive Beschwerdeempfinden mittels strukturiertem Fragebogen erfasst. In Summe erfolgt eine kombinierte Betrachtung der Ergebnisse des EMG mit denen der BIA, der WP sowie der Pulsfrequenz und des Fragebogens im Zeitverlauf.
Erwartungsgemäß führt langanhaltendes Stehen (S1, S2) stets zu einer Volumenzunahme und Stehen mit weniger Gehanteil (S1) zu einer höheren Zunahme als Stehen mit höherem Gehanteil (S2). Im Ergebnis der EMG-Untersuchung können diejenigen Zeitanteile der 2,5h erfasst werden, in denen die Amplitude der eA steigt und sich gleichzeitig das MF in den niederfrequenteren Bereich verschiebt (=Kriterium der Ermüdung). Damit wird eine spezifischere Lokalisation der ermüdenden Zeitbereiche ermöglicht. Ermüdung tritt stets schon vor Ablauf der 2,5h auf, in Abhängigkeit des Gehanteils. Mehr Bewegung führt in der Regel zu einer längeren ermüdungsfreien Zeit, wenig Bewegung zu schnellerer Ermüdung. Analog dazu werden bei den subjektiven Ergebnissen in S2 (ggü. S1) erst im späteren Zeitverlauf Beschwerden angegeben und sind zudem schwächer.

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Raum 1
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Rücker, Brombach, Bengler