Technologieakzeptanz kognitiv-unterstützender Werkerassistenz: Eine Studienkonzeption zur systematischen Erfassung von Verbesserungspotentialen

Autoren: Brinkforth, Herzog, Kuhlenkötter

Kategorie: Möglichkeiten und Grenzen für den Einsatz digitaler Assistenzsysteme

Chair: Thomaschewski

Beitragskurzfassung:
Industrie 4.0 rückt die Mensch-Maschine-Interaktion beständig in den Fokus. Obwohl viele Bereiche Vollau-tomatisierung anstreben, kann in der Montage oft nicht ohne menschliche Arbeitskraft agiert werden. Viel-schichtige Anforderungen an die Mitarbeitenden prägen die Arbeit in der Montage. So zeigt sich bspw. bei Sortieraufgaben, beim Greifen filigraner Bauteile aus Behältnissen oder bei der Sichtprüfung ein spezifischer Bedarf psychomotorischer, kognitiver und affektiver Fähigkeiten. Gleichzeitig beansprucht die Montage je nach Branche zwischen 20-70% der Fertigungszeit und stellt damit den größten Kostenfaktor in der Pro-duktion dar – die Notwendigkeit einer effizienteren Montage liegt auf der Hand. Viele Assistenzsysteme zur Unterstützung der Mitarbeitenden finden bereits Einsatz und erfüllen die technischen Anforderungen. In der Praxis zeigt sich jedoch eine Diskrepanz zwischen Implementierung und tatsächlicher Nutzung des Sys-tems, was oft durch mangelnde Akzeptanz für die Assistenz erklärt wird. Ein genaues Verständnis der Ak-zeptanz, welches Optimierungen aufdecken könnte, fehlt oftmals. Bestehende Akzeptanzmodelle wurden bisher nicht für Werkerassistenz in der Montage angepasst.
Um die Forschungslücke für den Anwendungsfall kognitiv-unterstützender Assistenz in der Montage zu schließen, wird im hier vorgestellten Projektschritt, aufbauend auf dem Technologieakzeptanzmodell von Venkatesh und Bala (2008), ein theoretisches Modell entwickelt, welches relevante Aspekte für diese Art von Assistenz abdeckt. Neue Facetten, wie z. B. die Angst vor Arbeitsplatzverlust, die kognitive Beanspru-chung oder der wahrgenommene Workload nach Prozessveränderung durch die Assistenz, sollen die Aus-wirkungen der Assistenz auf die Akzeptanz abbilden.
Für die Modellbildung werden Befunde aus den Bereichen Technologieakzeptanz, Assistenzsystemen und Industrie 4.0 vereint. Im weiteren Projekt dient das Modell dazu, ein Tool zur Akzeptanzerfassung kognitiv-unterstützender Assistenzsysteme zu erhalten, um den Status Quo im Montageprozess zu erfassen und Verbesserungspotentiale aufzudecken.

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Raum 4
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Brinkforth, Herzog, Kuhlenkötter